EDI Glossar

Ob EDI-Konverter, GTIN oder AS2: Unser Glossar erläutert die wichtigsten EDI-Fachbegriffe kurz und verständlich.

„American National Standards Institute” – US-Normierungs-Gremium, ähnlich dem DIN in Deutschland. Die ANSI-Norm für EDI heißt „X.12“.

Auch kurz „ANSI X.12“ oder nur „X.12“ genannt, ist ein US-Standard für EDI-Formate.

AS1 funktioniert ähnlich wie AS2, basiert aber auf Email und hat sich nicht durchgesetzt.

AS2 ist ein relativ neues EDI-Datenübertragungsprotokoll, das für die sichere Übertragung von EDI-Dateien via Internet entwickelt wurde. Es handelt sich um ein http(s)-basiertes Punkt-zu-Punkt-Protokoll (beide Enden sind Server und Client zugleich) – inklusive der Optionen Signatur und Verschlüsselung.

AS3 funktioniert ähnlich wie AS2, basiert aber auf FTP und hat sich nicht durchgesetzt.

AS4 ist eine echte Erweiterung von AS2 und wurde innerhalb der EU zum neuen Standard erklärt. Insbesondere im Bereich der elektronischen Rechnung soll es hohe Sicherheit bieten. Alle EU-Länder sind verpflichtet, die neuen Vorgaben der Kommission ab 2018 in nationales Recht zu überführen.

Business Mail 400 ist der X.400-Server der Deutschen Telekom, früher „Telebox 400“ genannt Es handelt sich um ein geschlossenes Mailboxsystem (im Gegensatz zum offenen SMTP/POP3), das heute fast aussschließlich für EDI genutzt wird.

CII (Cross Industry Invoice) mit vollem Namen „UN/CEFACT CII“, ist ein XML-basierter eInvoice-Standard, der als erster seiner Art gute Chancen hat, weltweite Anerkennung zu finden. Auch in der EU wurde der Gebrauch der CII faktisch bereits festgeschrieben. Sogar öffentliche Einrichtungen und Behörden auf allen Ebenen (auch nationale bis runter zu kommunalen) müssen künftig entsprechende E-Rechnungen akzeptieren.

Das „Datenträgeraustauschverfahren“ ist ein alter, aber noch verbreiteter EDI-Standard der deutschen Banken für den Zahlungsverkehr.

siehe X.25

siehe GTIN

„Electronic Data Interchange” ist der Oberbegriff für den Austausch strukturierter Daten. Die gängige deutsche Übersetzung „Elektronischer Datenaustausch“ ist hier irreführend. Denn dann wäre nämlich auch eine simple Email ein „Electronic Data Interchange”. Gemeint ist aber mit „EDI“ nur der Austausch klar definierter und strukturierter Daten, die das IT-System des Empfängers „versteht“ und vollautomatisch verarbeiten kann. EDI ist ein Oberbegriff (und keine Norm, wie oft vermutet wird) und nicht zu verwechseln mit dem Begriff EDIFACT.

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„Electronic Data Interchange for Administration, Commerce and Transport” ist der weltweite und branchenneutrale EDI-Standard. Er wird bei der UNO gepflegt, daher auch UN/EDIFACT genannt. Die Syntax wurde als ISO 9735 weltweit veröffentlicht. Neben der reinen Syntax normiert EDIFACT auch die Strukturen der so genannten „Nachrichten“ (gemeint sind die Belegarten; der Begriff kommt von einer schlechten Übersetzung des Originalbegriffs „messages“), um unterschiedliche Geschäftsvorfälle weltweit per EDI zwischen unterschiedlichen Branchen abbilden zu können.

Die so genannten EDIFACT-Nachrichten (von englisch „messages“) sind elektronische Dokumente, deren Struktur auf UNO-Ebene unter Verwendung der EDIFACT-Syntax normiert wurde. Jede EDIFACT-Nachricht ist durch ein sechsstelliges Kürzel eindeutig benannt. Es gibt über 200 verschiedene. Einige gängige sind:

ORDERS – purchase order – Kundenauftrag/Bestellung
ORDRSP – order response – Auftrags-/Bestellbestätigung
ORDCHG – order change – Auftrags-/Bestelländerung
DESADV – despatch advise – Lieferavis
DELFOR – delivery forecast – Lieferabruf bzw. Lieferplan
INVOIC – invoice or debit note – Rechnung und/oder Gutschrift
REMADV – remittance advise – Zahlungsavis
INVRPT – inventory report – Lagerbestandsbericht
SLSRPT – sales report – Abverkaufsbericht
PAYMUL – multiple payment order – Multipler Zahlungsauftrag (an die Bank)
PRICAT – pricelist and catalogue – Artikelstammdaten mit Preisliste

siehe AS2

Der EDI-Konverter (oder einfach nur „Konverter“) wandelt eine EDI-Nachricht in Ihr Inhouse-Format um (und umgekehrt). Dabei geht es nicht nur um syntaktische Fragen, sondern auch um semantische. So kann z.B. der Mehrwertsteuerschlüssel „1“ bei Ihrem EDI-Partner etwas ganz anderes bedeuten als in Ihrem Hause. Weil der Konverter Daten übersetzt, wird er im Englischen häufig „Translator“ genannt.

Ein EDI-System ist eine komplexe Einrichtung zum Senden, Empfangen und Verarbeiten strukturierter Daten. Es sollte die Syntax der gängigsten Formate kennen sowie eine Reihe von Übertragungsprotokollen beherrschen. Dazu kommen Funktionen wie ein Scheduler, eine gute Fehlerbehandlung, ein Alarmsystem, eine Archivierungsfunktion und vieles mehr. Das EDI-System steht in der Regel beim Dienstleiter im Rechenzentrum, kann aber auch im Hause des Anwenders betrieben werden, wobei die Investitionskosten und der Administrationsaufwand nicht zu unterschätzen sind.

Die eInvoice, im deutschsprachigen Raum auch E-Rechnung genannt, ist ein Sammelbegriff für „elektronische Rechnungen“, der häufig in Verbindung Standardformaten (z.B. EDIFACT, ZUGFeRD oder CII), digitaler Signatur und/oder gesetzlichen Bestimmungen verwendet wird.

Die „Global Location Number“ ist eine weltweit eindeutige Nummer, die für eine Anschrift bzw. einen genau definierten Ort steht (früher ILN = „Internationel Location Number“).

Die GS1 („Global Standards One“) ist eine weltweite Organisation, die globale Standards zur Verbesserung von Wertschöpfungsketten gestaltet und hierbei insbesondere für die Vergabe der Global Location Number (GLN) und der Global Trade Item Number (GTIN) zuständig ist. Die Deutsche Sektion der GS1 heißt GS1 Germany (früher CCG).

Das EDICENTER ist GS1-zertifiziert

Die „Global Trade Item Number“ (GTIN) ist eine weltweit eindeutige Artikelnummer (früher EAN = „European Article Number“).

siehe GLN

„Integrated Services Digital Network“ ist ein weltweiter technischer Standard zur Digitalisierung der Telefonnetze, der in den neunziger Jahren zunehmend an Bedeutung gewann. Inzwischen wird ISDN von IP-vermittelten Netzten verdrängt und wird früher oder später aussterben. Im EDI-Umfeld kommt ISDN noch häufig bei Automobil-Zulieferern zum Einsatz (in Verbindung mit OFTP).

„Internationale Standardisierungs-Organisation“

siehe SSCC

Die „Organization for Data Exchange by Teletransmission in Europe” ist eine Organisation der europäischen Automobilindustrie. Odette definierte die so genannten Odette-Nachrichten (das sind EDI-Formate ähnlich EDIFACT) sowie das OFTP-Protokoll (siehe unten), ein sicheres Übertragungsprotokoll, noch heute meist über ISDN-Leitungen.

Das „Odette Filetransfer Protocoll” ist ein europäisches Datenübertragungsprotokoll für EDI-Nachrichten in der Automobilbranche; die OFTP-Spezifikation wurde in Deutschland als VDA 4914/2-Norm veröffentlicht. OFTP kann über X.25-Netze (Datex-P), ISDN oder über TCP/IP-Netze (Internet) betrieben werden.

Das „Odette Filetransfer Protocoll Two” ist das neue Datenübertragungsprotokoll der Odette-Organisation. Es basiert auf AS2 und vereint desses Vorteile mit den Vorteilen des weithin etablierten OFTP. Mittelfristig soll OFTP2 das alte OFTP ablösen, nicht zuletzt deshalb, weil sich das Ende der ISDN-Technik weltweit abzeichnet.

Der SSCC ist eine weltweit eindeutige Packstücknummer (z.B. Palette oder Versandkarton), in Deutschland auch NVE genannt („Nummer der Versandeinheit“).

siehe Business Mail 400

siehe EDIFACT

siehe EDIFACT-Nachrichten

Ein VAN oder „Mehrwertnetzwerk“ ist ein Datennetz, das sich durch ein umfangreiches Paket von Diensten auszeichnet, so dass der einzelne Kunde nicht für jeden Dienst einen anderen Anbieter kontaktieren muss. Bei VAN’s wie dem EDICENTER bekommt er „alles aus einer Hand“. Ein VAN beherrscht möglichst alle gängigen Daten-Übertragungsprotokolle und bietet auch die Verarbeitung, Umformung und Konvertierung dieser Daten an (EDI-Funktionen).

Der VDA ist der „Verband der Automobilindustrie“ in Deutschland. Wenn im Zusammenhang mit EDI von „VDA“ die Rede ist, sind in der Regel die „VDA-Empfehlungen zu Logistik, Verpackung und EDI“ gemeint und hiervon insbesondere die vom Verband definierten EDI-Formate. Die bekanntesten sind:

VDA 4905 – Lieferabruf und Lieferplan
VDA 4913 – Lieferschein-und-Transportdaten

Bei diesen Normen handelte es sich ursprünglich um rein nationale (deusche) Standards, die sich aber im Laufe der Zeit in ganz Europa etabliert haben. Obwohl es längst den weltweiten Standard UN/EDIFACT gibt, sind die (älteren) VDA-Formate noch weit verbreitet.

siehe Business Mail 400

Der „Zentrale User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland“ (ZUGFeRD) ist eine Spezifikation ein Format, das die Vorzüge einer PDF-Datei (menschenlesbar) mit denen einer EDI-Datei (maschinenlesbar) vereint.