Die GLN – globale Lokationsnummer (Global Location Number) – ist eine 13-stellige Nummer, die ein Unternehmen bzw. einen Unternehmensteil weltweit eindeutig identifiziert. Die GLN-Nummer wird von GS1 Organisation ausgestellt und beinhaltet die wichtigsten Unternehmensinformationen. Sie setzt sich aus der GS1 Basisnummer, Lokationsbezug und einer Prüfziffer zusammen. Die ersten drei Ziffern in der GS1-Basisnummer werden dabei als GS1-Präfixe oder auch Länderkennungen bezeichnet und verweisen auf das Vergabeland der Nummer.

OFTP2 – „Odette File Transfer Protocol v2“ ist ein von Odette speziell entwickeltes Übertragungsprotokoll und wird für den Austausch von EDI-Nachrichten in der Automobilbranche eingesetzt. Es ist die 2. Generation des OFTP-Protokolls und kann sowohl die großen Mengen von technischen Informationen (z.B. CAD-Daten), als auch die umfangreichen kommerziellen Daten übertragen. Durch die Verwendung von TLS/SSL garantiert das OFTP2-Protokoll eine sichere verschlüsselte Übertragung der EDI-Dateien.

OFTP2-Vorteile auf einen Blick:

  • kostengünstige Übertragung über das Internet,
  • sichere Datenübertragung und Verschlüsselung,
  • Austausch von technischen und kommerziellen Daten möglich,
  • Sendungsnachweis vorhanden.

Beim OFTP2 erfolgt die Datenübertragung über das Internet und ist im Vergleich zu seinem Vorgänger deutlich kostengünstiger (OFTP1 basierte auf einer ISDN-Verbindung mit entsprechenden Telefongebühren). Die Verbindung zwischen den Partnern wird über TLS/SSL sicher verschlüsselt. Gleichzeitig werden die Daten beim Austausch mit einem Zertifikat signiert und können somit nur vom „richtigen“ Empfänger entschlüsselt werden. Diese Zertifikate werden von den autorisierten Zertifizierungsstellen vergeben.

Der Datentransfer zwischen den Systemen wird schließlich mit einem Sendungsnachweis bestätigt:

  • EERP (End-to-End Response) bei einer erfolgreichen Datenübertragung,
  • NERP (Negativ End-to-End Response) bei einer fehlgeschlagenen Übertragung.

Einer der Vorteile des OFTP2-Protokolls ist auch, dass unterbrochene Datenübertragungen automatisch fortgesetzt werden und nicht komplett neu gestartet werden müssen, was bei großen Datenmengen sehr wichtig ist.

Weitere Übertragungsprotokolle:

Was ist Purchase-to-Pay?

Purchase-to-Pay bezeichnet einen Prozess von der Bestellung bis hin zur Bezahlung zwischen einem Lieferanten und einem Kunden. Die Digitalisierung von Purchase-to-Pay-Prozessen wird unter anderem durch den Einsatz von EDI im Dokumentenaustausch erreicht.

Wie funktioniert der Purchase-to-Pay-Prozess?

Eine Bestellung (ORDERS) wird vom Kunden an den Lieferanten versendet und im Idealfall direkt in dessen Warenwirtschaftssystem importiert. Mit einer Bestellbestätigungsnachricht (ORDRSP) bestätigt der Lieferant die Annahme der Bestellung und schickt vor dem Versand der Ware ein Lieferavis (DESADV) an den Kunden, damit dieser die Warenannahme vorbereiten kann. Nach dem Erhalt der Ware übersendet der Kunde eine Warenempfangsbestätigung (RECADV). Im Anschluss erhält der Kunde vom Lieferant eine Rechnung (INVOIC), der seinerseits die Zahlung mit einem Zahlungsavis (REMADV) bestätigt.

Abb. Purchase-to-Pay-Prozess

Purchase-to-Pay-Prozess

Die neuesten Blogbeiträge

REMADV (remittance advice) oder auf Deutsch Zahlungsavis wird im elektronischen Datenaustausch (EDI) zwischen dem Käufer und Lieferanten ausgetauscht und übermittelt detaillierte Informationen über die bevorstehenden Zahlungen.

Die REMADV-Nachricht bringt vor allem Vorteile für die frühzeitige finanzielle Planung des Unternehmens sowie ermöglicht schnellere Fehlererkennung bei eingehenden Zahlungen, da die Daten bereits vorab in Buchhaltungs-Systemen vorliegen.

Beispiel: REMADV-Nachricht

Beispiel: REMADV-Nachricht

Um die Lieferkette transparent gestalten zu können, muss die Nachverfolgung der Ware sichergestellt werden. Deswegen werden die Versandeinheiten wie Container, Paletten, Kartons etc. auf dem Weg vom Lieferanten zum Händler mit NVE- bzw. SSCC-Nummern versehen.

International bezeichnet man die NVE als SSCC-18 – Serial Shipping Container Code. Die Verschlüsselung der NVE erfolgt über den EAN-128-Barcodes, der auf jeder Versandeinheit als maschinenlesbares Etikett angebracht wird – das spart Zeit und reduziert die Fehlerquote beim Buchen des Wareneingangs.

Aufbau der NVE-Nummer:

  • 1. Stelle – so genannte „Reserveziffer“
  • 2. – 8. Stelle – die GLN-Nummer des Unternehmens
  • 9. – 17. Stelle – eine eindeutige NVE-Nummer
  • 18. Stelle – die Prüfzimmer

Die NVE-Nummern lassen sich außerdem problemlos im EDI-Prozess, z.B. in einer DESADV-Nachricht, abbilden. So können die Lagermitarbeiter beim Warenempfänger den NVE-Barcode scannen und mit den vorab geschickten Daten aus der DESADV-Nachricht verknüpfen. Sie sehen nun in ihrem Warenwirtschaftssystem auf einen Blick, welche Artikel die Lieferung bzw. das jeweilige Packstück enthalten sollte. Damit ist eine sehr schnelle und effiziente Wareneingangsprüfung und –Bearbeitung möglich. Außerdem kann durch die elektronische Verarbeitung in der Lieferkette die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln oder Arzneimitteln sichergestellt werden (mehr dazu hier).

Beispiel Transportetikett mit NVE-Nummer

Beispiel Transportetikett mit NVE-Nummer

Der Verkauf von Produkten über die großen Handelsketten oder Plattformen wie Amazon ist heutzutage fast ausschließlich nur mit GTIN gekennzeichneten Produkten möglich.

Mithilfe von EDI (Electronic Data Interchange) werden die Dokumente wie z.B. Bestellungen und Rechnungen in einem standardisierten Format elektronisch zwischen den Geschäftspartnern ausgetauscht und automatisch von ihren Systemen verarbeitet. Jedes ERP-System exportiert jedoch diese Dokumente in der Regel in einem Inhouse-Format. Um die Daten aus diesem Inhouse-Format in ein standardisiertes Format umzuwandeln, um so vom Empfänger automatisch verarbeitet zu werden, wird im EDI-Verfahren ein EDI-Konverter eingesetzt. Er stellt die Daten in einem von beiden Geschäftspartnern vereinbarten EDI-Format dar (z.B. VDA, EANCOM etc.).

Wie funktioniert ein EDI-Konverter?

Der EDI-Konverter ist somit ein wichtiger Teil eines EDI-Prozesses, der die Daten auf ihrem Weg vom Sender zum Empfänger in ein richtiges Format „übersetzt“, um so automatisch von System verarbeitet zu werden.

Seit Jahren vom Verband der Automobilindustrie (VDA) entwickelte Standards für die Automobilindustrie dienen heute als Grundlage für die Lieferketten zwischen einem Automobilhersteller und seinen Lieferanten. Heute stellen wir Ihnen VDA 4905 – Daten-Fern-Übertragung (DFÜ) von Lieferabrufen – vor.

Lieferabruf

Die Lieferabrufe werden zwischen den Automobilherstellern und Zulieferern bzw. zwischen Zulieferern und Vorlieferanten ausgetauscht und senden eine Übersicht über den Materialbedarf (meistens für das ganze Jahr) für die frühzeitige Planung seitens Lieferanten. Sie sorgen für bessere Planungssicherheit, erhöhte Lieferbereitschaft, Flexibilität in der Fertigung und Reduzierung von Sondermaßnahmen.

Der Lieferabruf beinhaltet die Fortschrittszahlen, die alle Informationen über die bereits gelieferten bzw. die noch zu liefernden Produkte haben und die sogenannten Einteilungen, die die Bestellmengen und den Lieferzeitpunkt an den Lieferanten kommunizieren. Die ersten Einteilungen sind meistens genau, alle weiteren dienen lediglich der Planung und können im Laufe des Jahres geändert werden. Die Lieferabrufe werden mit Feinabrufen ergänzt, die nur die nächsten Lieferungen betreffen und nicht mehr geändert werden.

Der Lieferabruf in unterschiedlichen Normen:

Im alten VDA-Standard:

  • VDA 4905 = Lieferabruf (LAB)
  • VDA 4915 = Feinabruf (FAB)
  • VDA 4916 = Produktionssynchroner Abruf (PAB)

Im EDIFACT:

  • DELFOR (VDA 4984) = Lieferabruf inklusive Feinabruf
  • DELJIT (VDA 4985) = Just-in-time-Abrufe, auch KANBAN

Im ODETTE:

  • DELINS (VDA 4905/2) = Lieferabrufe

Struktur der Satzarten von VDA 4905 Lieferabruf

511 – (Muss) – Vorsatz Lieferabrufdaten
512 – (Muss) – einmalige Datenelemente des Lieferabrufes
513 – (Muss) – Abgrenzungs- und Abrufdaten
514 – (Kann) – weitere Abrufdaten
515 – (Kann) – Zusatz-LAB Informationen
517 – (Kann) – Packmitteldaten
518 – (Kann) – Lieferabruftext
519 – (Muss) – Nachsatz Lieferabrufdaten

Lieferabruf im VDA 4905 Format – Beispiel

 

PRICAT ist ein EDIFACT-Nachrichtenformat und dient dem Austausch von Preis- und Katalogdaten zwischen Lieferanten und Händlern. Sie enthält neben der Produktbeschreibung (z.B. Produktbezeichnung, GTIN bzw. EAN, Größe, Farbe etc.) und Preisen auch die dazugehörigen Verpackungs- und Lieferinformationen. Mithilfe von PRICAT (price catalogue message) können viele zusätzliche, auch kundenspezifische, Informationen zwischen Partnern fehlerfrei ausgetauscht werden. Dieses Format ist besonders in der Konsumgüterindustrie verbreitet.

PRICAT-Beispielnachricht:

Mit INVOIC Nachricht werden die Rechnungsdaten sowie Gutschriften elektronisch vom Verkäufer (Lieferant) zum Käufer (Besteller) übermittelt.

Jede INVOIC Nachricht ist wie folgt aufgebaut:

  • Kopfteil mit Angaben vom Belegdatum, -nummer, Käufer (Besteller) und Lieferant
  • Positionsteil mit Detailangaben von Waren oder Dienstleistungen inkl. Menge
  • Summenteil mit Gesamtwert

Beispiel: Rechnung INVOIC im EDIFACT-Format:

Abb1.: INVOIC Nachricht (dargestellt mit Online-eInvoice-Viewer von EDICENTER)