Just-in-Time (JIT) ist ein Beschaffungs- und Produktionssystem, bei dem der Kunde nur so viel Ware vom Lieferanten geliefert bekommt, wieviel er gerade für seinen Produktionsprozess benötigt. Diese Methode ist effizienter und kostengünstiger als die „Just-in-Case“-Strategie, bei der die Firmen große Lagerbestände inkl. hoher Investitionskosten führen müssen. Denn die Ware muss beim JIT erst kurz vor dem tatsächlichen Produktionstermin im Kundenlager eintreffen. Das reduziert die Lagerkosten, senkt das Investitionsrisiko und beschleunigt die Herstellungsprozesse.

Just-in-Time (DELJIT / VDA 4985 als EDI-Nachricht) wird gerne in Massen- und Serienfertigungen wie in der Automobilbranche angewendet, da beim Herstellungsprozess kontinuierlich eine große Bandbreite an Bauteilen benötigt wird. Mit Just-in-Time-Verfahren stehen den Mitarbeitern die notwendigen Bauteile immer dann zur Verfügung, wenn sie gerade eingesetzt werden müssen.

Die Herausforderung beim Just-in-Time-Verfahren ist allerdings, dass das Unternehmen seine Nachfrage/Prozesse ständig und sehr genau überwachen und analysieren muss, um punktgenau die Nachlieferungen zu gewährleisten und Störungen oder im schlimmsten Fall Stillstand im Produktionsablauf auszuschließen.

Wissen Sie, was EDIFACT, WebEDI oder EDI-Konverter bedeuten? Wir erklären Ihnen die fünf wichtigen EDI-Begriffe, die Sie kennen sollten.

5 Begriffe aus der EDI-Welt, die Sie kennen sollten

Beim Vendor Managed Inventory (VMI) übernimmt der Lieferant die Bestandsverwaltung eigener Ware beim Kunden auf der Grundlage von regelmäßigen Lagerbestandsberichten (INVRPT) und Abverkaufsreportings (SLSRPT).

Der Kunde schickt dem Lieferanten per EDI seine INVRPT und SLSRPT. Der Lieferant analysiert die Verkaufszahlen seiner Produkte und sorgt für eine regelmäßige Aufstockung im Warenlager vom Kunden. So kann der Lieferant unter anderem schnell und flexibel auf die Bedarfsschwankungen reagieren, die Lieferketten optimieren und ggf. auch die Retourenmengen reduzieren. Der Kunde profitiert dagegen von geringeren Lagerbeständen und Investitionskosten.

Was ist SLSRPT und INVRPT?

INVRPT (Inventory Report) liefert in festgelegten Intervallen die aktuellen Bestandsmeldungen an Lieferanten.

SLSRPT (Sales Data Report) informiert den Lieferanten über die Verkaufszahlen inkl. Informationen zum Verkaufsstandort, Zeitfenster sowie produktspezifischen Daten.

SLSRPT-Beispielnachricht

SLSRPT-Beispiel

Die neuesten Blogbeiträge

Die GLN – globale Lokationsnummer (Global Location Number) – ist eine 13-stellige Nummer, die ein Unternehmen bzw. einen Unternehmensteil weltweit eindeutig identifiziert. Die GLN-Nummer wird von GS1 Organisation ausgestellt und beinhaltet die wichtigsten Unternehmensinformationen. Sie setzt sich aus der GS1 Basisnummer, Lokationsbezug und einer Prüfziffer zusammen. Die ersten drei Ziffern in der GS1-Basisnummer werden dabei als GS1-Präfixe oder auch Länderkennungen bezeichnet und verweisen auf das Vergabeland der Nummer.

OFTP2 – „Odette File Transfer Protocol v2“ ist ein IT-Übertragungsprotokoll (2. Generation des OFTP-Protokolls), vorwiegend für die Automobilbranche. Das Protokoll kommt auch beim Übertragen großer Datenmengen zum Einsatz und gewährleistet durch die Verwendung von TLS (bzw. SSL) eine sichere verschlüsselte Übertragung von Dateien.

Die Datenübertragung der EDI-Dateien beim OFTP2 erfolgt über das Internet und ist somit kostengünstiger als ihr Vorgänger. Die Kosten für ISDN-Hardware, die beim OFTP eingesetzt wurde, entfallen. Die Verbindung zwischen den Partnern wird über TLS/SSL verschlüsselt, gleichzeitig werden die Daten beim Austausch mit einem Schlüssel versehen und können somit nur vom „richtigen“ Empfänger entschlüsselt werden. Der Datentransfer wird schließlich mit einem Sendungsnachweis (EERP – End-to-end Response) bestätigt.

Weitere Protokolle:

  • Businessmail X.400
  • FTP/sFTP
  • AS2

Was ist Purchase-to-Pay?

Purchase-to-Pay bezeichnet einen Prozess von der Bestellung bis hin zur Bezahlung zwischen einem Lieferanten und einem Kunden. Die Digitalisierung von Purchase-to-Pay-Prozessen wird unter anderem durch den Einsatz von EDI im Dokumentenaustausch erreicht.

Wie funktioniert der Purchase-to-Pay-Prozess?

Eine Bestellung (ORDERS) wird vom Kunden an den Lieferanten versendet und im Idealfall direkt in dessen Warenwirtschaftssystem importiert. Mit einer Bestellbestätigungsnachricht (ORDRSP) bestätigt der Lieferant die Annahme der Bestellung und schickt vor dem Versand der Ware ein Lieferavis (DESADV) an den Kunden, damit dieser die Warenannahme vorbereiten kann. Nach dem Erhalt der Ware übersendet der Kunde eine Warenempfangsbestätigung (RECADV). Im Anschluss erhält der Kunde vom Lieferant eine Rechnung (INVOIC), der seinerseits die Zahlung mit einem Zahlungsavis (REMADV) bestätigt.

Abb. Purchase-to-Pay-Prozess

Purchase-to-Pay-Prozess

Die neuesten Blogbeiträge

AS2 (Applicability Statement 2) ist ein weit verbreitetes Übertragungsprotokoll, welches das Internet zum Austausch von EDI Nachrichten benutzt und damit eine kostengünstige und gleichzeitig sichere Nachrichtenübertragung zwischen den Geschäftspartnern ermöglicht.

Die Nachrichten werden in einem digitalen „Umschlag“ verschlüsselt und signiert vom Sender zum Empfänger über das Internet per AS2-Protokoll geschickt. Der Empfänger bestätigt den Eingang der Nachricht mit einer Empfangsnachricht (MDN – Message Disposition Notification). Somit wird die ordnungsgemäße Datenzustellung sichergestellt.

Für eine AS2-Verbindung werden eine AS2-fähige Software, digitale Zertifikate und Schlüssel benötigt, die einen sicheren Datenaustausch gewährleisten sollen.

Weitere Protokolle:
• Businessmail X.400
• FTP/sFTP
OFTP2

REMADV (remittance advice) oder auf Deutsch Zahlungsavis wird im elektronischen Datenaustausch (EDI) zwischen dem Käufer und Lieferanten ausgetauscht und übermittelt detaillierte Informationen über die bevorstehenden Zahlungen.

Die REMADV-Nachricht bringt vor allem Vorteile für die frühzeitige finanzielle Planung des Unternehmens sowie ermöglicht schnellere Fehlererkennung bei eingehenden Zahlungen, da die Daten bereits vorab in Buchhaltungs-Systemen vorliegen.

Beispiel: REMADV-Nachricht

Beispiel: REMADV-Nachricht

Um die Lieferkette transparent gestalten zu können, muss die Nachverfolgung der Ware sichergestellt werden. Deswegen werden die Versandeinheiten wie Paletten, Kartons etc. auf dem Weg vom Lieferanten zum Händler mit den NVE- bzw. SSCC-Nummern versehen.

Die Verschlüsselung der NVE erfolgt über die Strichcodes, die auf den Versandeinheiten als maschinenlesbare Etiketten angebracht werden – das spart Zeit und reduziert die Fehlerquote beim Erfassen.

Die NVE-Nummern lassen sich außerdem problemlos im EDI-Prozess, z.B. in einer DESADV-Nachricht, abbilden. So können die Lagermitarbeiter die Daten, die sie von NVE-Etiketten abgescannt haben, mit den vorab geschickten Daten aus der DESADV-Nachricht abgleichen, um zu überprüfen, ob die Lieferung korrekt ist.

Der Verkauf von Produkten über die großen Handelsketten oder Plattformen wie Amazon ist heutzutage fast ausschließlich nur mit GTIN gekennzeichneten Produkten möglich.