Ab dem 01.07.2020 sind wir noch ausfallsicherer, unser Kommunikationsserver wird ins Rechenzentrum der LEW TelNet untergebracht.

Die wesentlichen Fragen:

Wozu?

Noch höhere Verfügbarkeit als bisher

Welches Rechenzentrum?

Wir haben uns für das LEW TelNet Rechenzentrum entschieden, eine Tochter des Stromversorgers LEW mit eigenem Glasfasernetz. Das Rechenzentrum ist 7 Autominuten von uns entfernt.

Features des Rechenzentrums:

  • Direkte Anbindung an den Glasfaser-Backbone
  • Modernster Brandschutz auf dem neuesten Stand der Technik
  • Klimatisierung auf höchstem Niveu
  • Hochverfügbare Stromversorgung: Zwei absolut autonome Zuführungen versorgen das Rechenzentrum mit Energie. Selbst ein Schaden durch Baustellen in der Umgebung unterbricht also nicht unsere Stromversorgung. Zusätzlich hat das Rechenzentrum eine zentrale USV (für den extrem unwahrscheinlichen Fall, dass einmal beide Stromversorgungen ausfallen sollten)
  • Besonders leistungsstarke Glasfaser-Internetanbindung
  • Proaktive Überwachung des Rechenzentrums durch den Betreiber rund um die Uhr

Was genau wurde erweitert?

Wir haben zusätzlich einen neuen leistungsstarken Server erworben, dieser fungiert als Kommunikationsserver und befindet sich im Rechenzentrum der LEW TelNet. Unser bisheriger Kommunikationsserver im lokalen Rechenzentrum wird weiterhin wie zuvor betrieben. Durch den zusätzlichen Server und unterschiedlichen Standort erhöhen wir unsere Verfügbarkeit.

Zukünftig müssen alle Rechnungen ab 1000€ für die öffentliche Verwaltung (Auftraggeber) in elektronischer Form (XRechnung) übertragen werden.

Ab dem 27.11.2020 ist es für alle Lieferanten an den Bund Pflicht.

Die Richtlinien sind von Bundesland zu Bundesland erheblich unterschiedlich.

Die Struktur der XRechnung basiert auf XML.

Abbildung 1 Strukturabbildung (Koordinierungsstelle für IT-Standards 2019, Version 1.2.2., S. 19)

Die Nummer der Versandeinheit (NVE) ist eine 18-stellige Nummer, welche zur eindeutigen Identifikation einer Versandeinheit eingesetzt wird. Sie besteht aus einer Basisnummer (GLN des Unternehmens), einer individuellen Ziffernfolge und der Prüfziffer. Damit kann die Ein- und Auslagerung der Versandeinheiten lückenlos kontrolliert und gesteuert werden. Die Nachverfolgung der Sendungen vom Versender zum Empfänger ist somit gewährleistet.

DESADV ist ein elektronisches Lieferavis. Der Inhalt besteht aus Packstücken und Versandinformationen. Diese Packstücke haben eindeutige Nummern.  Artikel sowie Mengen werden diese zugeordnet. Der Kunde/Empfänger erhält das elektronische Lieferavis meistens vor der Ware.

DELJIT ermöglicht Kunden ihren Lieferanten möglichst präzise Lieferreihenfolge und Just-in-time Planungsanforderung zu übermitteln.

Im Lieferabruf werden Bedarfsmengen über einen langen Zeitraum übermittelt. Dadurch kann die Produktion langfristig darauf eingestellt werden.

Just-in-Time (DELJIT) wird in Serienfertigungen wie in der Automobilbranche angewendet, da bei der Produktion ein kontinuierlicher Bedarf vorliegt. Durch Just-in-Time sind immer die benötigten Rohstoffe vorhanden, die auch zu diesem Zeitpunk gebraucht werden.

Laut Umfrage der Bundesvereinigung Logistik arbeiten 81% der befragten Unternehmen aus der Logistikbranche kaum oder nur zum Teil digital (Quelle). Hier überwiegt immer noch die Kommunikation übers Telefon oder Fax. Die Digitalisierung ist allerdings gerade in der Logistik, wo die Güter schnell von A nach B bewegt werden müssen, ein absolutes Muss. Diewichtigsten Geschäftsprozesse müssen durch die neuen Informationstechnologien miteinander vernetzt und dezentral gesteuert werden, um konkurrenzfähig auf den Märkten zu bleiben.

Die Automatisierung durch den papierlosen Datenaustausch mithilfe von Electronic Data Interchange (EDI) beschleunigt die wichtigen Geschäftsprozesse in der Logistik und ermöglicht den optimalen Informationsfluss zwischen zahlreichen Geschäftspartnern. So werden die wichtigen Bewegnachrichten wie zum Beispiel Lieferavis, Transport- oder Sendungsstatus direkt und vollautomatisch an den Partner übermittelt. Alle Daten werden standardisiert bereitgestellt und übermittelt, ohne dass die Mitarbeiter manuell eingreifen müssen. Langfristig gesehen ermöglicht das dem Logistikunternehmen effizientere Lagerverwaltung, bessere Disposition, Zeitgewinn und Fehlervermeidung bei der Datenerfassung sowie schnellere Reaktion auf Kundenaufträge. Außerdem bringt die Automatisierung und der papierlose Datenaustausch in der Transportkette selbst mehr Transparenz und bessere Planbarkeit (z.B. beim Be- und Entladen).

Das Regelwerk für einen (internationalen) elektronischen Datenaustausch zwischen zwei und mehr Geschäftspartnern und verschiedensten Belegarten (z.B. Lieferschein, Bestellung oder Rechnung) bildet der am weitesten verbreitete EDI-Standard EDIFACT (EDI für Administration, Commerce and Transport). Da dieser Standard branchenübergreifend gilt, wurde mithilfe von Subsets versucht, die branchenspezifische Umsetzung zu unterstützen. Im Bereich Speditionen spricht man somit über EDIFOR (Electronic Data Interchange FORwarding). In seiner letzten Fassung umfasst der EDIFACT-Standard über 200 EDI-Nachrichtenarten. Die EDIFOR Nachrichten basieren auf EDIFACT Standards und werden auf die Anforderungen von Gütersendungen zugeschnitten. Klassische Beispiele sind:

  • DESADV (Lieferavis) wird vom Lieferanten verschickt und informiert über die bevorstehende Lieferung.
  • IFTMIN (Transport-/Speditionsauftrag) wird von einem Lieferanten zum Logistikunternehmen als Transportauftrag übermittelt.
  • IFCSUM ist eine Speditions- und Sammelladungsnachricht

IFTSTA (Transportstatus) übermittelt die Informationen über den Status der Lieferung. Somit bestätigt z.B. der Spediteur dem Auftraggeber die Zustellung der beauftragten Lieferung.

Die GTIN dient zur eindeutigen und weltweiten Identifikation von Dienstleistungen und Produkten.

Die GLN bildet die Grundlage für die GTIN. Auf der Basisnummer von der GLN (7-9 Stellen) folgt der Artikelbezug und am Schluss eine Prüfziffer.

Beispiel GLN: 4305879000005

Beispiel GTIN: 4 3 0 5 8 7 9 8 9 10 11 12 13                         

Basisnummer (7-9 Stellen) Artikelbezug Prüfziffer

Die GTIN kann 8-,12-,13- sowie 14-stellig sein.

OFTP2 „Odette File Transfer Protocol 2“ ist die zweite Generation des Protokolls OFTP. Die sichere Übertragung ist durch die Verwendung von TLS bzw. SSL gewährleistet. Ein Vorteil gegenüber anderen Übertragungsprotokollen ist, dass gestartete Übertragungen bei Unterbrechungen wieder erneut aufgenommen werden können. Der vollständige Empfang wird vom Ziel bestätigt. Diese Bestätigung wird als End to End Response (EERP) bezeichnet. Die Kommunikation erfolgt über sog. Odette-IDs, diese werden in Deutschland vom Verband der Automobilindustrie vergeben.

X.400 ist relativ kostenintensiv, dies ist ein großer Nachteil von X.400. Ein Vorteil ist die relative Sicherheit der Übertragung. ISDN oder SSL-verschlüsselt, nur „bekannte“ Server/Teilnehmer. Ein weiterer positiver Aspekt ist die Möglichkeit Empfangsbestätigungen zu erhalten. Aber aufgrund der hohen Kosten wird nicht von jedem Empfangsbestätigungen verschickt. Empfangsbestätigungen sind auch bei AS2 vorhanden, die sogenannten MDNs. Bei AS2 gehören die MDNs zum Standard, ohne MDN geht es nicht. Die eigentliche Datenübertragung (verschlüsselt) bei AS2 ist kostenlos (Internet-Flatrate benötigt). Als Nachteil wird oft die Zertifikatspflege erwähnt, jedoch mit dem richtigen System und Vorbereitung ist dies auch kein großer Aufwand. OB AS2 oder X.400 hängt von den Datenaufkommen ab, und was die Kommunikationspartner unterstützen.

IDoc ist ein Format zum Datenaustausch zwischen SAP-Systemen. Es können Daten importiert sowie exportiert werden. IDoc basiert auf den EDI-Standard ANSI ASC X12 und EDIFACT. Die Struktur besteht aus 3 Teilen:

  1. Adminstration part (Control Record):
    • Im Kontrollsatz wird der Typ, Nachrichtentyp, der aktuelle Status, der Absender, der Empfänger usw. festgelegt.
    • Alle Daten werden in der EDIDC-Tabelle gespeichert. Der Schlüssel dafür ist die SAP IDoc-Nummer
    • Die Richtung „1“ zeigt den Ausgang und die Richtung „2“ den Eingang
  1. Applicaton data (Data Record):
    • Enthält die Daten (Datensätze/Segmente). Alle Datensatzdaten werden in den Tabellen EDID2 bis EDID4 gespeichert. Die eigentlichen Daten werden als Zeichenkette in einem Feld (SDATA) gespeichert.
  1. Status information (Status Record):
    • Gibt Auskunft über verschiedene Phasen
    • Bei einem Meilenstein oder Fehler wird der Statussatz angehängt. Dieser ist in der Tabelle EDIDS gespeichert.