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08.03.2017 20 Jahre EDICENTER
85 Jahre „Schöne neue Welt“

Kaum zu glauben: Aldous Huxleys legendärer Roman „Brave New World“ erschien bereits 1932!

(Deutsch „Schöne neue Welt“, da es sich hier um ein Shakespeare-Zitat handelt und im 17. Jahrhundert „brave“ noch „schön“ bedeutete).

In dieser Zukunftsvision sind irgendwie alle zufrieden, aber echtes Glück mag nicht aufkommen. Die Fortpflanzung funktioniert ausschließlich industriell, außerhalb des menschlichen Körpers, und zwar in einer Fabrik. Bereits während der Produktion werden die Embryonen bzw. Föten psychisch und physisch manipuliert und auf ihre jeweilige spätere Rolle im Leben vorbereitet. Ebenso werden die Menschen gleich nach der Geburt systematisch konditioniert. So entstehen 15 gesellschaftliche Kasten, die systematisch benannt sind, von „Alpha-Plus“ bis zu „Epsilon-Minus“ (α+ / α / α- / β+ / β / β- / γ+ / γ / γ- / δ+ / δ / δ- / ε+ / ε / ε-).

Die Erwachsenen wissen, dass auch sie einst auf diese Weise in ihre Rolle „hineingezüchtet“ wurden, aber es stört sie nicht. Sie sind mit ihrer Rolle zufrieden. Genau auf diese wurden sie ja einst konditioniert. Alle wollen genau das das, was die Gesellschaft von ihnen fordert.

Gefühle sind gesellschaftlich tabuisiert, gelten als unanständig. Es gibt nur noch die Arbeit, also die jedem Mitglied von der Gesellschaft bzw. einer Weltregierung zugeteilte Rolle, und das oberflächliche Vergnügen, auch in sexueller Hinsicht. Ebenso ist Erinnern an früher verpönt. Es verwirre die Menschen nur, mache sie sentimental. Um unangemessene Gefühlsausbrüche zu verhindern, haben alle immer „Soma“-Tabletten in der Tasche, eine Art Droge der Ausgeglichenheit. Sie nehmen es gerne.

Auffällig ist, dass die Kommunikationstechnik in jener Welt (aus heutiger Sicht, also nach 85 Jahren) völlig unterentwickelt ist. Die Menschen telefonieren! Und sie bewegen sich mit Hubschraubern fort, die auf Häusern landen. Das mag uns heute fast banal erscheinen, aber 1937 war auch dies eine Vision. Ein Internet, auch im entferntesten Sinne, oder irgendeine Art von Bildkommunikation, konnte Huxley nicht sehen. Diese Ideen kamen erst mit den Science-Fiction-Romanen und -Filmen der Nachkriegszeit auf. Zu seiner Zeit war das Fließband der Inbegriff der technischen Revolution. Daher erinnert die Menschenfabrik auch an eine Autofabrik. Der Gott in Huxley Roman heißt übrigens Ford (-> Fordismus).

Die „Schöne neue Welt“ ist auf ihre Art hochaktuell. Die heutigen Entwicklungen in der Reproduktionsmedizin, die frühestmögliche Diagnostik und entsprechende Diskussionen über Selektion, Optimierung und – später – Selbstoptimierung erinnern frappierend an Huxleys Dystopie. Unbedingt lesen!


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